#6 Verantwortungsvoll wirtschaften und Familie vereinen – Carola Fekter von der Niederndorfer Gruppe
Shownotes
Carola Fekter ist Geschäftsführerin der Niederndorfer Gruppe, einem Familienunternehmen mit über 100 Jahren Geschichte. In dieser Episode von „Ich bin Unternehmerin PUNKT“ spricht Frau in der Wirtschaft Landesvorsitzende Lisa Sigl mit Carola darüber, wie es ist, ein Traditionsunternehmen in die Zukunft zu führen. Sie teilt ihre Erfahrungen zum Generationenwechsel, den Herausforderungen einer Unternehmensübergabe und unternehmerischen Entscheidungen. Außerdem spricht sie über verantwortungsvolles Wirtschaften und den bewussten Umgang mit Ressourcen. Als Mutter von drei kleinen Kindern liegt ihr die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besonders am Herzen – ihr kleinster Sohn hat die Podcast-Aufnahme sogar begleitet.
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"Ich bin Unternehmerin PUNKT“ wird produziert von wepodit.
Transkript anzeigen
00:00:07: Herzlich willkommen zu unserem Podcast Ich bin Unternehmerin Punkt von Frau in der Wirtschaft Oberösterreich, dem Podcast mit inspirierenden Erfolgsgeschichten von Unternehmerinnen aus ganz Oberösterreich.
00:00:18: Mein Name ist Lisa Siegel und ich freue mich dich jeden Monat bei einer Reise durch alle Bezirke begleiten zu dürfen.
00:00:24: Unsere heutige Reise bringen uns nach Vökla Puk und ich spreche mit Karola Fekta.
00:00:29: sie ist Geschäftsführerin der Niederndorfer Gruppe einem traditionsreichen Familienunternehmen mit über hundert Jahren Geschichte.
00:00:36: Es freut mich sehr, dass sie ihre Erfahrungen und persönlichen Geschichten vor allem auch als Mutter von drei Kindern mit sechs, vier und ein Jahre alt mit uns teilt.
00:00:45: Liebe Karola!
00:00:46: Schön das du heute da bist, dass du mit uns springst.
00:00:48: Ja ich freue mich auch hier zusammen.
00:00:51: Wir sind ja heute nicht alleine im Raum wir haben noch einen besonderen Gast bei uns.
00:00:57: magst du uns deine charmante Begleitung ganz kurz vorstellen?
00:01:00: Ja genau, also ich habe meinen kleinen Praktikanten Julian mitgebracht.
00:01:03: Der wird am Donnerstag zwölf Monate alt ein Jahr alt und der begleitet mich jetzt seit einem Jahr überall hin.
00:01:10: Ja, also Karola werde ich kennt.
00:01:12: Der weiß ja ohne Familie da geht bei dir gar nichts auch im Unternehmen und ich kam mir gut an einen Zeitungsartikel erinnern den ich vor kurzem gelesen habe.
00:01:21: du hast ja auch einen Award gewonnen vor kurzm Und da war auch der Julian dabei.
00:01:28: Du hast deine Kinder sozusagen überall auch bei den wichtigen Terminen dabei Auch im Unternehmen.
00:01:34: Das ist bei dir ganz selbstverständlich dass die Kinder immer mit dabei sind oder?
00:01:38: Ja, also alle meine drei Kinder waren von Anfang an mit dabei in der Firma und bei den Minen.
00:01:44: Bis zum gewissen Grad geht's nicht anders.
00:01:46: Ich hab' alle meine Kinder gestillt.
00:01:48: Stilkinder kann man jetzt auch einfach abgeben, wer stillkinder hat weiß das!
00:01:53: Und das Gute ist aber wenn man Unternehmerin ist, wenn man selber die Chefin ist dann bestimmt man das einfach selber und nimmt sie einfach mit und alle anderen müssen sich danach richten.
00:02:02: Ja, das ist ein großer Vorteil Unternehmerin zu sein.
00:02:04: Es geben ja auch viele Unternehmerinnen an.
00:02:08: oder der Hauptgrund warum man sich selbstständig macht ist eben der Grund die eigene Chefin zu sein und auch die eigene Zeiteinteilung – ist es für dich auch die oberste Priorität?
00:02:19: Also ich würde jetzt nicht sagen dass das der Grund ist warum wir UnternehmerInnen geworden sind.
00:02:22: Das war bei mir eher zufällig kann ich Ihnen noch einmal erzählen.
00:02:26: Ich würde mal sagen, es hat Vor- und Nachteile, wenn man Unternehmerin ist.
00:02:30: Und gleichzeitig Mutter.
00:02:33: Weil wir wissen ja, wann man selbstständig ist, dann arbeitet man vor allem selbst umständig.
00:02:39: Das gilt auch mit Kindern.
00:02:41: Man kann nicht einfach sagen, jetzt gehe ich im Pflegeurlaub, weil mein Kind krank ist!
00:02:47: Man kann sich zwar die Termine freien teilen und kann vielleicht einen oder anderen Termin verschieben... Aber jeden Termin wird man nicht verschieben können.
00:02:56: Es ist manchmal, ehrlich gesagt auch eine große Herausforderung, Kinder zu haben und Unternehmerinnen zu bleiben.
00:03:05: Das kommt bis auf die individuelle Situation drauf an.
00:03:07: Ich habe es dazu gelöst, dass ich meine Kinder immer mitgenommen hab ins Büro.
00:03:13: Meine Mitarbeiter waren da immer sehr verständnisvoll aber wie bei jeder Mutter ... Es gibt so ein Sprücher, das geht so ... Ich takes a village to raise a child.
00:03:25: Man braucht halt einfach sein Dorf um Kinder groß zu ziehen und da braucht man Unterstützung von allen vom Papa, von den Großeltern in meinem Fall, von einem Kindermädchen.
00:03:36: Das wäre alles nicht zu schaffen mehr!
00:03:37: Und ich schaffe es auch nicht.
00:03:39: Jetzt muss man ganz ehrlich sagen, es ist eine Illusion, wenn man Mutter ist und Unternehmerin, dass man alles schafft, dann geht's einfach nichts.
00:03:49: Man schafft acht Prozent und mit dem muss man zufrieden sein.
00:03:52: Und wie schaust du dann hier auch Kompromisse zu machen?
00:03:56: Ja, man muss bis zum Gewissen gerade wahrscheinlich seine Ansprüche oder seine Standards überdenken.
00:04:02: also jetzt beim Baby das letzte Jahr.
00:04:05: es bleibt halt einfach viel Arbeit liegen Zuhause in der Firma, mein Schreibtisch geht über mit Unterlagen wo ich einfach noch keine Zeit gehabt habe das irgendwie abzulegen.
00:04:15: ein so Tier und sonstiges.
00:04:17: Auch bei mir zu Hause in der Wohnung herrscht das öfteren Chaos, Spielsachen.
00:04:23: Wie gesagt, ich bin froh bei meinen Kindern was anderes zum Anziehen haben in der Früh.
00:04:27: Aber die perfekte Wäsche, den perfekten Haushalt ... Das schafft man einfach nicht.
00:04:33: Irgendwo muss man Abstriche machen und findet dann trotzdem die Balance.
00:04:39: Ich glaube, dass es ganz schwierig ist natürlich alles unter einem Hut zu bringen.
00:04:43: Ich glaube das ist auch ganz wichtig, dass man zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Prioritäten setzt weil ich glaube wenn wir im Geschäftsverhandlungstermin sind wird dort wahrscheinlich die oberste Priorität in dem Falle gerade liegen.
00:04:57: und wenn jetzt der Kindergarten anruft und es hat den Julien geschmissen dann wird's wahrscheinlich dort ganz schnell sein.
00:05:04: Von dem her, glaube ich ist es ganz wichtig dass man da einfach auch umswitscht.
00:05:07: Vom Gedanken her!
00:05:09: Ja aber nicht nur wo deine Kinder schon auf der Welt waren du warst ja auch bis jetzt sehr sportlich unterwegs.
00:05:16: Aber im Jahr zum Beispiel hat du jedes Monat einen halben Marathon
00:05:20: absehend und ein ganzes
00:05:22: sogar unglaubliche Wahnsinn für mich und vorstellbar ehrlicherweise.
00:05:27: Ich finde das immer großartig wenn jemand sich sportlich so engagiert.
00:05:30: Wo nimmst du dort eine Motivation her?
00:05:32: Also brauchen wir, glaube jeder der mal einen Alpmarathon oder Marathon gelaufen ist und ich habe das wie gesagt vor meinen Kindern sehr viel gemacht.
00:05:41: Jeder der mal so trainiert hat weiß Motivation bringt überhaupt nicht weiter weil man hat die Motivations nicht dass man in der Früh aufsteht und laufen geht wenn es regnet und Finstern sonstiges.
00:05:54: Man braucht Disziplin.
00:05:56: Ja?
00:05:57: Man braucht einfach Disziplinen das immer durchzuziehen Und das lernt man.
00:06:03: Motivation, das bringt ja wochenweit.
00:06:05: aber die Disziplin, die bringt noch viel weiter.
00:06:08: und es ist genau dasselbe mit dem Unternehmertum oder mit Mutter sein.
00:06:14: Man ist nicht immer motiviert aufzustehen in der Früh wenn man den Nacht nicht geschlafen hat mit kleinen Kindern.
00:06:21: Man macht's als Mutter trotzdem, man macht das Unternehmerin trotzdem.
00:06:24: Man steht auf, man arbeitet das ab.
00:06:26: Es ist nicht alles lustig.
00:06:28: auch im Unternehnertum gibt es viele Themen, die mich nicht so sehr interessieren.
00:06:34: Steuererklärungen und sowas, ja?
00:06:36: Muss man trotzdem machen ...
00:06:37: Gott sei Dank gibt's Menschen, die das gerne machen.
00:06:39: Ich
00:06:40: bin immer froh bei Auslagerung.
00:06:42: Genau!
00:06:42: Man muss diese Sachen einfach trotzdem machen.
00:06:44: Das habe ich, glaube ich, gelernt in dieser Zeit, dass ich einfach die Sachen mache und durchziehe egal ob ich jetzt motiviert bin oder nicht, egal ob es mir jetzt lustig ist oder nicht.
00:06:55: Einfach machen.
00:06:58: Ja wie du deinen Marathon-Tour noch durchgezogen hast, da warst du auch die letzten Monate sogar schwanger.
00:07:06: Wie war denn das?
00:07:08: Ja also das ist ja auch in meiner Lebensgeschichte ja es ist mir irgendwie so passiert.
00:07:13: Mein jetziger Mann ist mir eigentlich so passiert und dann ist mein erstes Kind war auch eine große Überraschung, sage ich jetzt mal sehr positive Überraschen aber eine große überraschungen habe ich eigentlich gar nicht damit gerechnet.
00:07:28: Ich bin schwanger und habe dann aber die letzten zwei Marathons doch immer vorgenommen.
00:07:35: Ich hab auch noch durchgezogen, sehr langsam ohne mich zu überanstrengen.
00:07:39: Aber mein erster Sohn ist definitiv ein Marathon-Baby gewesen.
00:07:44: Auch nach der Schwangerschaft bin ich nach einem Marathon gelaufen.
00:07:49: Es war für mich einfach das Schlussserlebnis wo ich gesagt habe ja warum bin ich Unternehmerin geworden oder geblieben?
00:07:56: War eben ein Eingrund der die Überraschung, okay jetzt kommt ein Kind.
00:08:01: Jetzt auf einmal ist Familie angesagt und dann habe ich meinen damaligen Job im Konzern in Deutschland aufgegeben und bin eben ins Familienunternehmen eingestiegen.
00:08:13: zurück zur Familie zu den Großeltern.
00:08:16: ja weil ich sagte der großen Stadt alleine Kinder groß zu ziehen ohne Unterstützung ist schwierig.
00:08:24: Das heißt, du bist dann in die Unternehmensgruppe eingestiegen und vielleicht setzen wir da gleich an.
00:08:28: Und erzählst uns ein bisschen was über dein Unternehmen?
00:08:32: Ich weiß ja!
00:08:32: Ich war ja selber schon bei euch.
00:08:34: Wir haben ja schon mal eine Betriebsführung mitmachen dürfen.
00:08:37: Da waren wir wirklich sehr lange auch mit einem großen Auto unterwegs auf dem Gelände.
00:08:42: Also da kann man wirklich stundenlang herumfahren.
00:08:44: Ihr habt seine große Werke... Beschäftigt euch mit Schotter, mit Beton und Tiefbau?
00:08:50: Erzähl uns ein bisschen was gehört alles dazu?
00:08:52: zur Niedern-Dorfergruppe.
00:08:54: Ja genau also.
00:08:55: das Unternehmen wurde gegründet von meinem Urgroßvater im Jahr three der einfach dort wo wir jetzt auch noch unseren Hauptsitz haben in Atmung Buchheim beschlossen hat.
00:09:08: Brauchen Kies, ich baue jetzt einfach dort Kies ab weitergemacht mit seinem Sohn dann auch über den ersten und zweiten Weltkrieg hinaus.
00:09:20: Und dann Schritt für Schritt expandiert auch in die Bereiche Beton, Bau aus Falt, mittlerweile auch Bodenausuppteponie – wir haben mehrere Standorte eben im Bezirk Vögelruch und im Bezug Rhythminkreis.
00:09:35: Ich bin mittlerweile die fünfte Generation, die in dem Unternehmen tätig ist.
00:09:40: Es war Von der Familiengeschichte her immer sehr turbulent.
00:09:46: Wir hatten schon mehrere Fälle in der Familie, Todesfälle in die Familie wo wir dann quasi den halben Betrieb auszahlen haben müssen.
00:09:54: Das letzte Mal vor ein paar Jahren, wo mein Onkel verstorben ist, bin ein Einzelkind selber.
00:09:59: In meiner Generation bleibt es hängen aber ich war dann quasi die einzige die das Unternehmen halt weiter führen kann.
00:10:06: Ich habe keine Geschwister die das machen werden können.
00:10:09: jetzt Habe ich das halt gemacht.
00:10:11: Wir haben den Vorteil, sage ich jetzt einmal für mich, dass wir sehr, sehr gute langjährige Mitarbeiter haben.
00:10:20: Ich habe das Glück, dass ihr Mitarbeiter bei mir im Unternehmen habt die länger bei uns sind als ich alt bin.
00:10:26: Das muss man erstmal zusammenbringen und quasi ein gesamtes Berufsleben bei uns im Unternehmen verbraucht haben Und auf die ich mich wirklich hundertprozentig verlassen kann.
00:10:35: Das ist ein absolutes Glück und da bin ich wirklich sehr froh, dass wir die jeden Tag unterstützen.
00:10:41: Ja das zeichnet euch und dich als Unternehmerin auch auswürdig.
00:10:45: sagen, wenn natürlich Mitarbeiterinnen so lange im Unternehmen bleiben!
00:10:50: Du führst ja dein Unternehmen gemeinsam mit deinen Vater sozusagen in der nächsten Generation und das bereits eben in einer Firmengeschichte von über hundert Jahren.
00:11:01: Es ist wirklich beeindruckend, aber dazu ein bisschen wie bist du im Unternehmen gekommen?
00:11:06: Wie hat es dann funktioniert dass du sozusagen zur Geschäftsführung geworden bist?
00:11:11: War das für dich schon immer klar, dass du den Betrieb übernimmst?
00:11:14: Wie war das?
00:11:16: Also ich wollte dem Betrieb nie übernehmen!
00:11:18: Ich wollte immer was anderes machen, habe dann auch etwas anders studiert und bin dann ins Ausland.
00:11:25: Und war wirklich jahrelang im Ausland, hauptsächlich eben in München, in Deutschland.
00:11:30: Das war dann so dass bei dem Konzern, wo ich war das war ein großer DAX-Konzern.
00:11:35: der hat dann einen Kostenreduktionsprogramm gestartet, Personalredukationsprogramm und sie haben dann jedem Mitarbeiter quasi ein Serpetical angeboten.
00:11:46: einfach mal um zu sagen Leute dann macht man was anderes, so sparen wir auch Kosten.
00:11:52: Und dieses Seppetikel habe ich genutzt und bin mal gedacht okay, schauen wir das einmal an bei uns zu Hause weil zu dem Zeitpunkt hatte ich keine fixe Stelle oder sonst keine Perspektive in dem Konzern.
00:12:04: Also wo sich andere entspannen im Seppettikel bist du arbeiten gefahren?
00:12:07: So ungefähr ja genau!
00:12:10: Es war nämlich immer diese Nachfolgediskussion bei uns im Raum.
00:12:13: zu diesem Zeitpunkt hat das Unternehmen Mein Vater und mein Onkel gemeinsam geführt.
00:12:20: Mein Vater auf der kaufmännischen Seite, meinen Onkel auf der operativen Seite im Thema Bau.
00:12:28: Und wir haben dann eben die Idee geboren okay was wäre wenn ich meinen Vater da in der kofmännische Seite nachfolgen würde?
00:12:37: Schauen wir das mal an wie schon bereits erwähnt habe.
00:12:40: es ist dann relativ schnell gegangen mit Mann und Kind und ich hab mir dann entschlossen dass sich da einsteige und quasi ja die Rolle meines Vaters irgendwann übernehmen werde.
00:12:52: Und der Plan war, okay dann kommt das Kind und dann mache ich Karrenz und dann bin ich so ein paar Stunden im Unternehmen und schauen wir das halt so an und arbeite mir da langsam ein und so in ein paar Jahre oder drei Jahre oder so werden wir diesen Unternehmern übergeben.
00:13:07: Und dann ist wie mein erster so vier Monate alt war und eigentlich in Karrenzen war, ist mein Onkel verstorben Und auf einmal war alles anders.
00:13:18: Auf einmal war die Karrenz vorbei, weil dann habe ich richtig mitarbeiten müssen, haben mir einarbeiten müssen in Themen, die ich vorher gar nicht vorgehabt hab.
00:13:28: Ja und seitdem leben mein Vater und ich in der Geschäftsführung diesen Spagat – also am Anfang war er ja quasi einer Neckgeschäftsführerin erst seit sehr kurzem – wie wir da das machen.
00:13:42: Wir haben es noch immer nicht geschafft, so Unternehmen zu übergeben.
00:13:46: Ähm, das sage ich ganz ehrlich.
00:13:49: Ja, gülern, gell?
00:13:50: Haben wir noch immer nicht geschafft.
00:13:52: der Opa und die... Es ist auch so dass das Unternehmen bei uns heute von der Größe her so ist, dass man fast eigentlich zwei Geschäftsführer braucht weil wenn er ein Geschäftsführer ist dann ist der Geschäftsfeuer quasi ständig auf Abruf Und man kann dann nie irgendwie mal weg sein auf Urlaub sein.
00:14:15: ja es muss oder länger auf Urlaub sein.
00:14:18: Und mein Vater ist ein sehr pflichtbewusster Mensch, also natürlich nicht immer leicht.
00:14:22: Ich glaube die Beziehung zu Eltern ist nie leicht!
00:14:26: Aber er hat dann auch gesagt... Er kann das Unternehmen nicht an mich übergeben, wann ich eigentlich mit drei kleinen Kindern extrem ausgelastet bin.
00:14:37: Das heißt, er sieht es als unbestützelnd, dass er... Dass ich auch Zeit mit den Kindern verbringen kann.
00:14:47: Und deswegen sage ich ganz ehrlich, wenn man es nun immer nicht geschafft.
00:14:49: Weil das ist der Julian ein Jahr alt und jetzt kommt er dann in die Graubestube.
00:14:52: Jetzt können wir wieder einen Anlauf starten, dass wir es jetzt übergeben.
00:14:56: Aber es ist wirklich eine Herausforderung zu sagen ja, Sommerferien keine Kinderbetreuung für mehrere Wochen was macht man da?
00:15:09: Kann man mit den Kindern auf Urlaub fahren, kann man mit ihnen Ausflüge machen.
00:15:12: Das geht nur wenn man eine Vertretung hat und diese Vertretungen ist mein Vater und auch umgekehrt so dass er mal auf Urlaube fahren kann.
00:15:21: Für mich alleine wäre das zu viel und es ist auch ein Punkt den wir uns dann fragen müssen wann wir das Unternehmen übergeben oder ich mir stellen muss wie organisiere ich mich dann?
00:15:36: Auszeiten bekommen und auch mit meinen Kindern mal auf Urlaub fahren können, weil ich glaube das ist total wichtig für alle berufstätigen Frauen.
00:15:49: Dass man auch mal weg ist vom Job und den Kopf freikriegt
00:15:54: Genau, also Entspannungszeiten sind glaube ich auch ganz wichtig um wieder Folgen ausgeben zu können.
00:15:59: Genauso wie es das Tor bei dem Unternehmen macht.
00:16:01: Ich finde es ganz großartig dass du da ein bisschen die Herausforderungen ansprichst, die einfach bei Unternehmensübergaben da sind.
00:16:08: Das ist einfach Realitätsnah und es stehen ja ganz viele Unternehlensüergaben in den nächsten Jahren an.
00:16:14: im ganzen Österreich fast fünfzigtausend Unternehmen die übergeben werden, so auch viele in Oberösterreich.
00:16:18: deswegen werden sich ja viele Zuhörerinnen sich da auch reinversetzen können.
00:16:24: Was würdest du denn anderen Unternehmerinnen raten bei der Übergabe?
00:16:29: Worauf muss man da achten?
00:16:32: oder Übernahme in dem Fall?
00:16:34: Ich habe jetzt kein Geheimrezept, weil es wie gesagt auch selber noch nicht geschafft hab.
00:16:40: aber was mir persönlich total wichtig ist die Beziehung zu meinen Eltern.
00:16:44: also ich möchte Am Ende des Tages, egal wie man das mit dem Unternehmen machen, sie bleiben immer noch meine Eltern.
00:16:52: Und ich möchte einen Weg finden der für alle passt.
00:17:02: Weil irgendwann werden Sie auch nicht mehr sein und ich möchte mich da trotzdem noch positiv dran erinnern können und sagen ja vielleicht hat es ein bisschen länger gedauert Und wir haben eben nicht so viel Druck gemacht, aber dafür war der Prozess für uns alle gut und wir haben es ja total zerstritten oder irgendwas.
00:17:23: Aber wir sind alle glücklich mit dem Outcome, der dann rausgekommen ist.
00:17:28: Vielleicht ein bisschen persönlich wie erlebst du die Führungsverantwortung, das du im Unternehmen hast?
00:17:34: Wie gehst du mit deinen Mitarbeiterinnen um?
00:17:37: Was ist so dein Führungstil?
00:17:38: Wie würdest du dir beschreiben?
00:17:41: Ja also mein Führingsstil ist grundsätzlich sehr respektvoll.
00:17:45: Man muss dazu sagen im Vergleich zu anderen Branchen ist unsere Branche, die Baubranche natürlich auch der schroffe harte Branche.
00:17:55: Also da geht es manchmal ein bisschen rau zu und der Umgangstoner ist dann nicht immer so schön.
00:18:02: Das ist ja so!
00:18:04: Ich versuche es halt trotzdem immer respektvoll zu machen.
00:18:08: aber ich habe auch lernen müssen mit der Zeit dass Ich hatte da durchgreifen muss manchmal.
00:18:18: Das ist ja leider so, als Chefin ist es nicht immer alles locker-floggig und auf rosa Watte wollten sondern dann muss man einfach auch mal harte Entscheidungen treffen um die durchziehen Und manchmal auch den Leuten klar und deutlich sagen was Sache ist.
00:18:34: Ja also ich mach das immer natürlich respektvoll Aber es muss auch manchmal sein Ein Vater hat am Anfang immer gesagt, du bist zu weich und du gibst es für nach.
00:18:44: Ich versuch da ein Mittel wegzufinden einerseits mit der Branche umzugehen aber andererseits auch trotzdem mich selbst zu bleiben.
00:18:54: Ja ich glaube das in der Baubranche eine ganz starke klare Kommunikation sehr wichtig ist.
00:18:59: gibt's irgendwelche Schlüsselmomente oder vielleicht Fälle in denen Du als Führungskraft die da ein bisschen abgehoben hast, die etwas anders reagiert hast?
00:19:12: Ja also es sind immer zwei Seiten sag ich jetzt mal.
00:19:17: Wie gesagt wir haben sehr viele langjährige Mitarbeiter wo das Verhältnis sicher total auf Wertschätzung passiert mit denen man auch ganz offen und ehrlich reden kann.
00:19:30: Und wie gesagt dann gibt's leider auch Mitarbeiter wie das so oft ist in den Unternehmen derzeit wo es sehr viel wechselt, die nicht so loyal sind zum Unternehmen.
00:19:39: Und da muss man auch klipp und klar sagen okay dann muss man einfach teilweise auch hart durchgreifen und sagen ja manche Sachen lasse ich mir nicht gefallen.
00:19:48: So läuft das nicht bei uns.
00:19:49: wir haben klare Regeln und Strukturen.
00:19:53: wenn einer nicht zu uns passt dann passt er nicht zu ums und dann muss sich von den Mitarbeiter auch trennen ohne da versuchen drei tausend mal Sachen zu retten die nicht zu rettern sind.
00:20:04: Sorge mal Reisen, das wird man nicht aufhalten.
00:20:08: Du persönlich als Unternehmerin, ihr habt ja auch sehr viel mit dem Thema Nachhaltigkeit euch beschäftigt.
00:20:14: Ihr habt eine Kiesaufbereitungsanlage in Anpfüll-Bang mit einem speziellen Kreislaufsystem entwickelt.
00:20:20: Da kann man sehr viel Wasser sparen, nämlich ca.
00:20:24: und es wird gar keine Trinkwasser verwendet.
00:20:27: Wie wichtig oder welche Bedeutung hat das Thema Nachaltigkeit bei dir im Unternehmen?
00:20:32: Also wir sind in der Rohstoffbranche tätig.
00:20:36: Da hat Nachhaltigkeit natürlich einen großen Stellenwert, weil es auch in der Bevölkerung immer wichtiger wird aber auch vor den Behörden immer wichtiger werden.
00:20:45: Wir müssen für unsere Genehmigungen teilweise beim Forst oder beim Naturschutz auch Zugeständnisse machen, Projekte machen, Ausgleichsmaßnahmen Die dem Naturschutz dienen oder die dem Forstdienen, sag ich jetzt mal Sachen wieder aufforsten.
00:21:05: Oder spezielle Projekte für gewisse Tierarten, die man schützen muss oder gewisse Studien, die wir durchführen haben müssen.
00:21:13: Das kommt immer wieder vor und das wird auch stärker nachgefragt.
00:21:17: Wir leiden ein bisschen darunter als ganze Branche, dass die Dinge, die wie machen im Naturschutz und in der Nachhaltigkeit nicht gesehen werden.
00:21:30: Kiesproduzent oder Rohstoffproduzent, ja immer so der Boommann.
00:21:36: Weil wir natürlich in die Natur eingreifen und vorübergehen um den Rohstoff abzubauen.
00:21:43: aber die Wahrheit ist Wir alle brauchen den Rohstoff.
00:21:45: Kies ist ein Rohstoff dem wir jeden Tag brauchen.
00:21:50: In jedem Fundament vom Haus ist ein Kies Auf allen Straßen ist Kies!
00:21:55: Wir können nicht Zug fahren ohne Kies.
00:21:59: Unsere ganze Lebensqualität und unser ganzer Wohlstand basiert auf diesem Rohstoff.
00:22:03: Und das ist den meisten Leuten nicht bewusst.
00:22:06: Und gerade in diesem Abbaugebiet, also wir haben sehr lange darum gekämpft, dass wir ein neues Abbaugebiet bekommen.
00:22:12: Wir haben natürlich auch unsere Branchenkollegen immer wieder mit Gegnern zu tun – mit Bürgerinitiativen die Projekte einfach nur verhindern wollen und das ist sehr, sehr schade.
00:22:24: Weil wenn man dann nämlich wirklich was zusammenbringt mit nur wir sondern auch wie als Branche, weil wir etwas zusammenbringen dass auch die Natur schützt und eigentlich dann wann der Ruhstoff abgebaut ist einen nachhaltigen Wald oder ein nachhaltiges Naturgebiet hinterlässt.
00:22:44: Das wird nicht wertgeschätzt, es wird nicht gesehen Und es wird immer schwieriger für uns als Branche, dass wir da Rohstoff finden und abbauen können.
00:22:53: Das finde ich total schade.
00:22:55: Gerade in Österreich muss man sich die Frage stellen, produzieren wir unsere Rohstoffe hier selber oder wollen wir sie aus dem Ausland importieren?
00:23:04: Und das betrifft alle Arten von Rohstoffen!
00:23:07: Ich finde einfach sehr stark, wir müssen uns unabhängig machen – von Handelspartnern weltweit in der Nähe und in der Ferne und einfach darauf schauen, dass wir unsere Rohstoffe, egal was das ist auch selber in Österreich erstellen können.
00:23:23: Und wir haben – muss ich ganz ehrlich sagen – unglaublich hohe Standards, was Naturschutz betrifft, was Arbeitssicherheit betriffe und so weiter und so fort.
00:23:33: Da bin ich mir sicher einen anderen Ländern haben diese Standards nicht!
00:23:36: Aber aus diesen Ländern importieren wir die Rohstoffen.
00:23:39: Das heißt, das ist ein zweischneidiges Schwert zu sagen.
00:23:42: Ja, not in my backyard!
00:23:43: Ich will den Kieserbau nicht bei mir vor der Haaste haben weil davon vielleicht dabei Elke wird vorbei und es ist ein bisschen laut und ein bisschen stopp.
00:23:51: aber hier kein Problem damit.
00:23:52: Rohstoffe zymportieren aus Ländern die Menschenrechte nicht respektieren oder die Umweltstandards nicht respektieren.
00:23:58: Das finde ich ehrlich gesagt nicht okay, ja?
00:24:01: Da findest du absolut recht, da müsste man mehr Sichtbarkeit auch genau dafür schaffen dass halt die Nachhaltigkeit mehrere Aspekte umfasst.
00:24:09: Und mehrere Sollen umfasst, aber das bildet sich im Unternehmen auch definitiv ab.
00:24:13: Karola vielleicht zwei persönliche Fragen, wo die da gern stellen würde?
00:24:16: Weil du hast jetzt wirklich auch schon viel Führungserfahrung natürlich gesammelt in deinem Leben.
00:24:20: Wennst du jetzt zu circa fünfzehn Jahre zurückdenken würdest was würdest du deinem jüngeren Ich raten?
00:24:26: Was würdest Du dafür einen Tipp geben?
00:24:28: Also meinem jüngerem ich würde wahrscheinlich ratend dass man aufhören muss zu glauben das, was ich mal gelernt habe oder das, dass ich mal studiert hab am Anfang meiner beruflichen Karriere.
00:24:38: Dass ich das für den Rest meines Lebens machen werde.
00:24:41: Also... Das stimmt nicht!
00:24:43: Ich bin bei einem krassen Wechsel vollzogen von Konzern ins Unternehmertum und es kann sein, dass es wieder einmal so einen Wechsel gibt und dass ich irgendwann mal sage, nein, möchte jetzt wieder etwas ganz anderes machen.
00:24:55: Und ich hab auch durch das Unternehnertum Ausbildungen machen müssen nachgemacht und die ich vorher nie gedacht hätte.
00:25:06: Ich glaube, man muss aufhören zu denken dass man eine geradlinige berufliche Laufbahn hat.
00:25:11: Es wird sich alles ändern Man kann es nicht planen Und man muss einfach offen sein und sich mental ein bisschen darauf vorzubereiten.
00:25:22: Ja!
00:25:23: Es kann mein Leben auch ganz anders verlaufen.
00:25:26: Wenn man aber dafür bereit ist und offen damit umgeht Dann kann was Gutes draus werden.
00:25:35: Unternehmer tun oder diese Mutterrolle, die Familie war zu dem Zeitpunkt wo es passiert ist nicht auf meinem Radar und ich muss ganz ehrlich sagen meine Familie, meine drei Kinder sind mein größtes Glück.
00:25:51: Ich bin unglaublich stolz auf meine drei Kindern und das sind das Beste was mir jemals passiert sind und ich bin immer noch sehr dankbar dass ... wie soll ich sagen?
00:26:01: dass der Herr Gott diesen Wink mit dem Zaunfall gemacht hat und gesagt so, das ist jetzt dein Weg.
00:26:07: Und dann gehst du jetzt?
00:26:09: Ja liebe Karola man merkt wirklich wie engagiert du bist was für eine Powerfrau bist auch wenn es du eingangs gesagt hast du kriegst nicht alles unter einen Hut.
00:26:18: aber ich finde du machst es hervorragend weil jetzt gedacht hätte da Julian weil er so still war ist aus dem Raum gegangen.
00:26:24: Nein ganz im Gegenteil.
00:26:25: also die Karola hat hier nebenbei noch gestillt.
00:26:28: dafür ist ein Unternehmen dass seit hundert Jahren Familiengeschichte existiert und bringst es sozusagen in die nächste Generation mit dir, und mit deinen drei Kindern dann in Zukunft.
00:26:39: Und machst dann nebenbei noch gerade am Vormittag den Podcast mit mir.
00:26:42: also ich bin unglaublich beeindruckt und das freut mich wirklich sehr, dass du heute da bist und mit mir dieses Gespräch geführt hast.
00:26:49: Ja danke für die Einladung!
00:26:50: Mich jetzt auch sehr gefreut.
00:26:52: Das war
00:26:53: der Podcast von Frau in der Wirtschaft Oberösterreich.
00:26:56: Ich bin Unternehmerin Punkt!
00:26:57: Vielen Dank, dass du dabei warst, liebe Zuhörerin.
00:27:00: Wenn du mehr bespannende Persönlichkeiten unternehmerinnen aus ganz Österreich erfahren möchtest, dann bleibt dran.
00:27:05: Abonniere, like oder teile auch gerne unseren Podcast und keine Folge mehr zu verpassen.
00:27:10: Ich freue mich aufs nächste Mal.
00:27:12: deine Lisa Sieg.
00:27:29: Dieser Podcast wurde produziert von WePod it.
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