#5 Von Lehrlingen zu internationalen Aufträgen – Michaela Wiesbauer von Glas Wiesbauer

Shownotes

Wie verbindet man Tradition und modernes Handwerk? In Episode 5 von „Ich bin Unternehmerin PUNKT“ spricht Lisa Sigl mit Michaela Wiesbauer, Geschäftsführerin von Glas Wiesbauer in Mauthausen. Das Familienunternehmen besteht seit 1929 und wird mittlerweile in der vierten Generation geführt. Michaela berichtet über die Bedeutung der Lehrlingsausbildung und erklärt, warum junge Talente so wichtig für die Zukunft des Betriebs sind. Außerdem erzählt sie von einem großartigen internationalen Auftrag und wie ein mittelständischer oberösterreichischer Betrieb eine internationale Ausschreibung gewinnen kann. Ihre Zuversicht in die Zukunft und Einblicke in die Verbindung von Handwerk, Innovation und Unternehmertum machen die Episode besonders spannend.

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"Ich bin Unternehmerin PUNKT“ wird produziert von wepodit.

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00:00:07: Herzlich willkommen zu unserem Podcast.

00:00:09: Ich bin Unternehmerin Punkt von Frau in der Wirtschaft Oberösterreich, dem Podcast mit inspirierenden Erfolgsgeschichten von Unternehmerinnen aus ganz Oberöstereich.

00:00:18: Mein Name ist Lisa Siegel und ich freue mich dich jeden Monat bei einer Reise durch alle Bezirke begleiten zu dürfen!

00:00:24: Und unsere heutige Reise?

00:00:26: Die bringt uns nach Perk und ich spreche mit Michaela Missbauer.

00:00:30: Sie ist Geschäftsführerin von Glaswiesbauer in Mauthausen.

00:00:34: Das Unternehmen besteht seit und wird mittlerweile in der vierten Generation geführt.

00:00:39: Michaela verbindet Tradition und modernes Handwerk, besonders am Herzen liegt ihr die Ausbildung von Lehrlingen.

00:00:45: Freut euch auf spannende Einblicke in die Führung eines Familienbetriebs um die Kunst-, Handwerk-, Innovation- und Unternehmertum zu verbinden!

00:00:53: Liebe Michaela vielen Dank dass du heute bei mir bist, freu mich dass du da bist.

00:00:56: Ja herzlichen Dank für die Einladung.

00:00:58: ich freue mich auch das ich dabei sein darf.

00:01:01: Ja, Michaela.

00:01:03: Jetzt habe ich eingangs schon ein bisschen was von deinem Unternehmen erzählt.

00:01:06: aber am besten vorstellen glaube ich kann man sich auch immer selber.

00:01:10: Magst du uns da etwas Persönliches über dich erzählen und wie Du ins Unternehmen gekommen bist?

00:01:15: Ja sehr gerne!

00:01:16: Also Ich bin eine Mensch der die Natur liebt, der sehr gern draußen ist.

00:01:21: Ich bin ein leidenschaftlicher Skifahrer und ich bin ja ein richtiger Vereinsmensch.

00:01:25: also in jedem Vereinigen war ein bisschen aktiv wo es nur geht.

00:01:29: Ich bringe mich sehr gerne in die Gesellschaft ein und das liegt mir vielleicht auch im Unternehmertum.

00:01:33: Das ist eine Führungsqualität, dass man überall gern mit organisiert und entscheidet.

00:01:40: Mein Werdegang ist – ich habe die Volks- und Hauptschule in Mauthausen gemacht – und bin dann in die Handelsakademie nach Berg gegangen und ins Unternehmen eingestiegen.

00:01:50: Dass wir zwei Schwestern im Unternehmen noch mal bleiben werden, hat sich schon sehr früh manifestiert.

00:01:55: Wir haben das Unternehmen ... direkt neben der Haustür gehabt, das heißt wir sind schon als kleine Kinder bei der Haastür hinausgestolpert und bei der Firmentür hineingestolpert.

00:02:05: Und somit haben wir eigentlich Unternehmen und Familie niemals richtig getrennt sondern das war eine Einheit.

00:02:12: Das heißt du bist schon im Unternehmen aufgewachsen.

00:02:14: kann man eigentlich sagen?

00:02:15: Ja

00:02:15: genau das kann man so sagen.

00:02:16: Wie ist es genau abgelaufen?

00:02:18: wie kann ich mir das vorstellen?

00:02:19: läuft man dann da als kleinkind auch in der Produktionshalle herum?

00:02:23: Das ist so, ja.

00:02:25: Es war damals noch nicht so ein großer Betrieb, sondern mein Vater hat einen Mannbetrieb übernommen also es war eher kleiner.

00:02:32: da war der Papa oder der Opa die Oma und die Mama im Betrieb also sprich die ganze Familie und wir sind halt dort ein- und ausklaffen.

00:02:39: Ja ist klar.

00:02:40: natürlich muss man als Familienunternehmen da auch zusammenhalten und dann und das sind die Kinder natürlich immer dabei.

00:02:47: Wir haben vorher schon über das lange bestehen der Firma gesprochen.

00:02:52: Das heißt, ich habe seine sehr lange Unternehmensgeschichte fast hundert Jahre – neunzehn, neunundzwanzig in vierter Generation.

00:02:58: mittlerweile kommt es auch mit einem gewissen Verantwortungsgefühl einher die Führung des Unternehrens?

00:03:05: Natürlich spüre ich das in meiner Verantwortung gegenüber meinem Urgroßvater oder meinen Großvater, die damals eben das Unternehmen gegründet und weitergeführt haben.

00:03:15: Es ist uns allen ein Anliegen des Unternehmens auch weiterzuführen und zu erhalten.

00:03:20: Ein Familienbetrieb, das ist nicht irgendwas was man abstoßt weil es ja mal gerade nicht gut läuft sondern das ist etwas was man schaut dass man's wieder hochbringt wenn es einmal tief ist.

00:03:29: Ist klar in seinem Traditionsbetrieb gibt´s da bestimmte Werte?

00:03:34: Die euch da ganz besonders wichtig sind?

00:03:37: Ja es gibt sicher werte die uns wichtig sein.

00:03:39: Das ist die Gemeinschaft Das ist das Miteinander auch mit unseren Mitarbeitern und natürlich eine gemeinsame, starke Zukunft.

00:03:48: Also immer wieder Entscheidungen für die Zukunft, die für alle passen zu treffen oder Ehrlichkeit gegenüber allen Faktoren, die zusammenspielen.

00:03:56: Also sprich, Ehrlichheit gegenüber den Kunden, gegenüber den Lieferanten, gegenüber dem Mitarbeiter.

00:04:03: Und bei deinem persönlichen Werdegang?

00:04:04: Wie ist es dann dazu gekommen dass du jetzt die kaufmännische Geschäftsführerin bist?

00:04:08: Das ist ganz einfach, ich hab zwei Lenkgehände.

00:04:12: Also aus mir wäre kein Glaser geworden!

00:04:14: Ich liebe das Material, ich liebe das was bei uns entsteht.

00:04:17: aber ich bin einfach kein Handwerker und ich glaub jeder muss das machen, das was ihm liebt und das was er liebt.

00:04:23: Und ich bin eher ein Mensch der Zahlen.

00:04:25: und somit passt es ganz kurz an mein Schwester die wollte niemals in die Geschäftsführung also die wollten nicht da oben der Kopf der Firma werden Aber die hat die Glaserlehre gemacht, die is auch Handwerka mit ins Unternehmen gebracht, der der Glossermeister ist und somit hat sich das ergeben dass wir jetzt gemeinsam die Geschäftsführung machen.

00:04:44: Und das ergänzt sie ganz gut?

00:04:46: Das würde ich sagen ergänzte perfekt weil nicht jeder ist auch ein Zahlenmensch das muss man auch ganz klar sagen.

00:04:50: und wenn man diese Rolle im Unternehmen natürlich auch besetzen kann dann kann man sich auf die Zahl noch verlassen.

00:04:55: das ist sehr viel wert.

00:04:58: Jetzt haben wir sehr viel darüber gesprochen dass Sie in Traditionsunternehmen seit aber ihr seid ja vom klassischen Glasereibetrieb zu einem sehr modernen Produktionsbetrieb auch geworden.

00:05:08: Ihr habt die modernsten Maschinen CNC-Bearbeitung, Digitaldruck und auch internationale Kunden.

00:05:15: Ich war ja selber schon mal bei einer Betriebsbesichtigung bei euch mit Frau in der Wirtschaft und ich kann mich noch erinnern.

00:05:19: wir haben dann ein Foto gemacht und du hast das dann digital gedruckt.

00:05:22: auf Glas steht mittlerweile auch immer im Büro von Frau in den Wirtschaft hat uns gefreut dass wir bei dir sein haben dürfen.

00:05:29: es ist ruckzug gegangen.

00:05:30: also wirklich top moderne Maschine Genau,

00:05:32: wir haben uns selber euren Besuch gefreut.

00:05:34: Ich muss sagen ihr müsst wiederkommen weil die Führung ändert sich immer wieder und wir müssen wieder mehr aktuelles Bild machen.

00:05:39: Super

00:05:40: ja perfekt!

00:05:40: Wie kommen wir gerne?

00:05:42: Ja und zu dem Thema das mit dem Fotos entstanden eigentlich bei unseren Besuchern der Schulen, wenn wir die Schulen zum Taktor von den Tür einladen da haben uns überlegt was können wir da machen was mir einer bleibend mitgeben können und dass das Foto entstand Wie ihr zu uns gekommen seid, haben wir doch gedacht, na ja das könnte ich euch auch mitgeben und ist eigentlich eine bleibende Erinnerung die sich jeder gern aufstört.

00:06:06: Und so unseren modernen Maschinen packen wir sie sagen.

00:06:08: oder zu unserer Entwicklung.

00:06:10: da hat mein Vater, ob Ninzehnfünfundachtzig, die Meilensteine gelegt.

00:06:14: also er hat übernommen als Ein-Mann-Betrieb, hat dann angefangen mit Lehrlingsausbildung, hat die erste Maschine gekauft.

00:06:20: Hat dann Visionen gehabt wie er den Betrieber weitern kann die Firma neu gebaut und so ist einfach sukzessive, nach und nach neue Technologie bei uns eingezogen.

00:06:30: Und da war er eigentlich schon ein Vorreiter und auch einer der sich das getraut hat.

00:06:34: also man hat ja nicht immer gewusst ob die nächsten zehn Jahre auch fruchtbar sein werden aber er hat sie einfach getraute und hat sich da reingestürzt sondern gesagt wir investieren jetzt und es wird schon gehen.

00:06:42: Wollen wir zusammenhelfen?

00:06:43: Wird es gehen!

00:06:44: Das ist ein Super-Unternehmen-Spirit, würde ich sagen.

00:06:47: Und da habt ihr quasi auch aufgebaut auf diesen und habt dann diesen Wandel weitergeführt in deiner, in eurer Generation?

00:06:53: Genau!

00:06:55: Was glaubst du sind die wichtigsten Punkte?

00:06:56: Wie kann man schaffen das man Traditionsbetrieb eben in einem so modernen Betrieb übersetzt, wie es ihr habt?

00:07:03: Ich glaube mir darf nicht vor der Technologie zurückschrecken.

00:07:07: Man darf nicht immer der erste sein, glaube ich.

00:07:09: Die Fehler, die der erste macht muss man ja nicht gleich wiederholen.

00:07:13: Aber man muss schauen, dass man immer am Ratterzeit bleibt und sich den neuen Technologien oder den neuen Trends nicht verschließen.

00:07:24: Sondern schauen, was man da rechtzeitig auf den Zug aufspringt.

00:07:27: Immer am Ball bleiben auch bei den technologischen Entwicklungen sozusagen?

00:07:30: Wie schaffst du das, dass du immer up to date bleibst?

00:07:34: Ja, das ist eine gute Frage.

00:07:36: Man muss schauen wohin entwickeln sich die Trends?

00:07:39: Das war jetzt gerade beim Glasdruck.

00:07:41: Da waren wir relativ früh dabei, dass man die erste Druckanlage installiert hat.

00:07:45: Das war damals nur ein UV-Drucker.

00:07:47: aber zwei Jahre später haben wir dann schon gesehen, man muss das Ganze auch mit karamischen Farben machen.

00:07:52: und da hat uns wieder Discord reingespielt, dass mein Vater ein paar Jahre zuvor in einer ESG in eine Sicherheitsglasanlage investiert hat, den er dann braucht um die karamische Farben auch ins Glas einzubrennen.

00:08:04: Und das hat uns einfach wieder neue Aufträge, neue Kundenkreise neu perspektiv mehr öffnet.

00:08:10: So kommt man von einem ins andere.

00:08:13: Die Kunden wissen, der Wissbauer macht Sondersachen und fragen wieder Neu-Dinge an und so kommen wir wieder auf neue Ideen.

00:08:19: in welche Richtung könnte man es weiterentwickeln?

00:08:22: Ich glaube einfach Qualität natürlich und Sonderteemen oder Sonderwünsche bearbeiten zu können.

00:08:29: Das sieht natürlich auch Kunden an – auch internationale Kunden.

00:08:33: Du hast ja auch einen ganz besonderen Meilenstein in deiner Unternehmensgeschichte.

00:08:38: Wir haben darüber gesprochen, wie damals bei dir im Betrieb war.

00:08:41: Ihr habt sie sogar eine U-Bahnstation ausgestattet!

00:08:44: Ja, das war ein Projekt an das ich immer wieder gerne zurückdenke eigentlich.

00:08:48: Also es war ein aufregendes Jahr und das waren nur dazu genau in der Zeit unserer Betriebsübernahme.

00:08:54: Es war verbunden mit Vertragsverhandlungen im Amsterdam ganze Verträge in Englisch erst einmal übersetzen oder durchgehen, durchkauen und das Ganze wirklich professionell aufstellen zu lassen.

00:09:07: Das erste Projekt in einer derartigen Größenordnung für uns also Auch Rad bei der Wirtschaftskammer geholt, wie man das ganze Projekt versichern und absichern lassen kann oder auf was sie achten muss.

00:09:19: Weil wenn wir als kleiner Vierzig Mann oder von Vierzig Mann Betrieb gegen einen riesigen niederländischen Bauchkonzern oder mit einem nieder ländischen Baukonzert Vertragsverhandlungen führt da muss man halt aufpassen weil die kennen da alles erzählen im Wahrheit, weil man heute selber die großen Rechte da gar nicht kennt.

00:09:38: Das war Wirklich ein Projekt, wo ich sage da habe ich selber persönlich sehr viel gelernt draus.

00:09:44: Genau das war ja eine U-Bahnstation in Amsterdam.

00:09:48: natürlich auch internationale Ausschreibungskriterien denen ihr dann unterlegen seid die Ausschreiben habt ihr gewonnen.

00:09:54: was waren die Gründe?

00:09:55: warum habt ihr dieses Projekt umsetzen können?

00:09:58: Der Hauptgrund dafür war eigentlich dass unsere Firma genau die richtige Betriebsgröße dafür hatte.

00:10:04: wir waren nicht zu groß dass der Auftrag bei uns quasi nicht die nötige Wichtigkeit erhalten hätte.

00:10:09: Und wir waren auch nicht zu klein, dass man zu viele Subfirmen gebraucht hätten sondern wir haben das alles unter einem Dach fertigen können.

00:10:17: und das war dem Künstler, der es damals entworfen hat sehr wichtig weil er hat gesehen, dass das nur dann funktionieren kann wann das alles in einer Produktionslinie durchläuft.

00:10:26: und da muss ich ehrlich sagen, da bin ich heute noch stolz und dankbar jedem einzelnen meiner Mitarbeiter die das Projekt so mitgetragen haben.

00:10:33: Und es hat jeder die Wichtigkeit davon in sich getragen und jeder hat seinen Schritt perfekt ausgeführt, auf den Schritt davor geachtet, auf dem Schritt danach geachtet und genauso haben wir das durchgebracht.

00:10:46: Ja ist wirklich beeindruckend.

00:10:48: also tolle Projekte, die ihr schon gemacht habt auch bei euch im Unternehmen.

00:10:52: was sind denn jetzt aktuell die Herausforderungen der Branche?

00:10:56: Aktuell die Herausforderungen der Branche brauchen wir nicht sagen.

00:10:58: Der Einbruch der Bauwirtschaft, also wir hängen da hinten dran Wir sind Zulieferer von Möbelherstellern und immer natürlich hängen wir am Baudran mit unseren Verglasungen Die halt wo nichts gebaut wird, nicht gebraucht werden.

00:11:11: Und wir haben jetzt gerade zwar weniger tolle Jahre hinter uns Aber das spielt uns heute wieder die Verantwortung ins Gute oder zu Gute.

00:11:21: Die Verantwortung dass wir in guten Jahren das Budget nicht der Firma entnommen haben und selbst davon gut gelebt haben, sondern wir haben es immer in der Firma gelassen und haben jetzt die schlechteren Jahre aus diesen Rücklagen leben können.

00:11:35: Und somit schaffen wir es auch, dass man unsere Facharbeiter halten kann – auch wenn einmal die Auftragslage nicht ganz so gut ist!

00:11:43: Jetzt hoffen halt, dass dieses Jahr wieder prognostiziert besser wird damit wir den Aufschwungern miterleben können.

00:11:48: Gibt schon

00:11:48: gewisse Anzeichen dafür?

00:11:51: Kleinste, sag ich mal.

00:11:52: Also man merkt schon es wird wieder interessanter Es kommen wieder interessantere Anfragen herein.

00:11:58: So merkt man dass das ganze lebendig wird.

00:12:00: Aber man muss dann natürlich so Man muss sich selbst zu ehrlich sein Dass man sagt ja die Anfrage die heute kommt wird er nicht mehr produziert Sondern

00:12:07: braucht auch seine Zeit.

00:12:08: Die Zeit

00:12:08: bis dahin müssen wir auch noch durchhalten.

00:12:12: Ja und wo sind jetzt die momentanen Trends der Branche?

00:12:14: Gibt's da schon gewisse Richtungen in die euch orientieren?

00:12:20: sind einstweilen für dieses Jahr, glaube ich noch schwer abschätzbar.

00:12:23: Dadurch dass nur wenige Projekte oder die ersten Projekten jetzt gerade aus dem Start zahlen war es man auch nicht wirklich wo es sich genau hin entwickelt.

00:12:30: aber der Glasdruck oder die individuelle Anfertigung bleiben natürlich nach wie vor im Trend.

00:12:36: wer jetzt investiert er leistet sich was schönes und nicht irgendeiner Billigprodukte sein Dreivand wieder austauscht.

00:12:43: Ja Michaela ihr bildet sehr viele Lehrlinge aus.

00:12:46: Seit Nineteenfünf und Achtzig seid ihr Ausbildungsbetrieb.

00:12:50: Genau.

00:12:50: Und habt Deutschland rund Siebzig Lehrlinge ausgebildet?

00:12:54: Genau.

00:12:55: Ihr seid unter anderem auch schon mehrmals ausgezeichnet mit dem INEO Award, Auszeichnung der Wirtschaftskammer Oberösterreich eben auch für Betriebe mit vorbildlichen Engagement für Lehrlinges.

00:13:05: Was macht sie da?

00:13:06: Gib uns einen kleinen Unruh es!

00:13:07: Na ja mir ist die Lehrlingsausbildung sehr wichtig weil ich sage der Lehrling von heute ist die Fachkraft von morgen Und den Lehrling, den ich mir selber im Unternehmen ausbilde.

00:13:18: Den dann als Gesellen- und Meister im Unternehmen zu haben – das ist ja der größte Vorteil, den Ich habe kann, weil er wird genau für meinen Betrieb, für seinen Bereichen, den man dann tätig ist, ausgebildet.

00:13:28: Was unser Vorteil natürlich ist, dass wir eine gewisse Größenordnung haben und verschiedenste Bearbeitungsstationen haben und die Lehrlinge können sich im Laufe der Leerzeit einmal alles ansehen und dann für einen Bereich spezialisieren.

00:13:41: Das kristallisiert sich meistens sehr schnell heraus, ob jemand lieber auf Montage beim Kunden vor Ort ist oder ob jemand bei einem Bearbeitungszentrum steht.

00:13:49: Ob einer eine Vorlebe für das Programmieren entwickelt?

00:13:52: Weil unsere Anlagen müssen ja größtendal so CNC gesteuert und programmiert werden Bis dahin sogar das eine, der bei uns eine Glaserlehre gemacht hat mittlerweile unsere Versandlogistik leitet.

00:14:03: Es ist in dem Bereich stehen dann viele Türen offen wo man sagen kann ja es ist super dass er das Grund wissen über Glas über die ganze Fertigung hat und aber dann in einem etwas anderen Bereich wieder Fuß fasst.

00:14:17: Welche Lehrberufe bildet sie aus?

00:14:20: Wir bilden den Glasbautechniker oder Technikerin aus, Bürokauffrau oder Kaufmann und den Drucktechniker im Schwerpunkt Digitaldruck.

00:14:29: Okay ja jetzt bildet ihr schon viele Jahre aus.

00:14:32: was hat sich bei der Ausbildung deiner Meinung noch verändert?

00:14:36: Das Technologizeitalter ist natürlich auch vor Handwerksberufen nicht stehen geblieben und somit glaube ich, dass der Handwerkes-Beruf wieder attraktiver für die jungen Menschen wird.

00:14:46: Man muss es nur schaffen, dass man so junge Menschen nochmal zu sicherein in den Betrieb holt damit sie ein Aha-Erlebnis haben und dann mal sehen das da der Glaser nicht nur Fensterrepper hat, die irgendwann beim Fußball spielen eingeschossen hat sondern dass der Glasaberuf mit vielen Technologien zusammenhängt Und genau diese Kombination von trotzdem Computersteuerung und alter Tradition.

00:15:10: Das macht das Ganze schon attraktiv, oder auch so wie es bei uns ist an Bau.

00:15:14: Man fährt nicht nur mit einem Zollstock und Bleistift und Karton irgendwo was ausmessen sondern man fährt mit modernen Digitalisierungstechniken dorthin nimmt die Masse dort digital ab übertragt es zu Hause im System zeichnet Pläne in zwei D- oder drei D kann anhand dieser Pläne für den Kunden, sogar Produktionsvorschläge erstellen und somit auch einen Teil der Kundenberatern übernehmen.

00:15:39: Dann wird das Teil bei uns produziert und man fährt dann wieder hin und montiert es direkt beim Kunden.

00:15:43: Und ich denke diese Kombination ist eigentlich eine ganz tolle Alternative zu einem reinen Bürotschub.

00:15:52: Wenn einer sagt, er möchte sich trotzdem handwerklich auch betätigen oder auch so Planungen übernehmen, dann ist das ein super Kombi!

00:15:59: Ich habe gelesen in einem Zeitungsartikel von letzten Jahren, dass ihr eine ganz tolle Quote habt.

00:16:04: Was die behalte Frist der Lehrlinge betrifft, die dann als Fachkräfte weiterhin im Unternehmen bei dir arbeiten.

00:16:11: Ich glaube da haben wir gelesen, fünfzehn Lehrlingen, die es ihr von neun und dreißig Fachkräften insgesamt selber ausgebildet habt.

00:16:19: Genau!

00:16:20: Wie schafft sie das?

00:16:23: Wir versuchen ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.

00:16:26: Ich glaube, es ist in einem Familienunternehmen sowieso ... ich würde nicht sagen einfacher.

00:16:31: Aber es ist dadurch, dass man in die Familie integriert ist... Man kennt sie!

00:16:35: Es ist das Detour-Kultur unter uns.

00:16:39: Man kennt die Mitarbeiter und die Familien.

00:16:42: Es entstehen freundschaftliche Verhältnisse auch unter den Mitarbeitern.

00:16:45: Dadurch waren wir unter fünfhundert Leute.

00:16:47: Das ist vielleicht eine Nummer.

00:16:48: Waren wir unter dreiundvierzig oder fünfhundvierzig Leuten arbeitet?

00:16:51: Da ist mal eine Person, die geschätzt wird.

00:16:55: Ich hoffe, die fühlen Sie bei uns wohl und aufgrund dessen bleiben sie auch länger.

00:17:00: Ich glaube ich habe ja auch ein Party-System eingeführt.

00:17:03: Habe gelesen wie läuft das?

00:17:05: Ob es funktioniert?

00:17:06: Naja, das ist einfach zur Integration der Lehrlinge.

00:17:09: Ich hab mir mal gedacht vielleicht spricht heute ein Lehrling eher mit jemandem, der noch eher in seiner Altersklasse ist oder auf Augenhöhe, sagen wir mal bevor er mit einem Vorgesetzten vielleicht über ein Problem oder einen Wunsch spricht?

00:17:21: Oder vielleicht isst oft jemand auch zu schüchtern um Fragen zu stellen?

00:17:24: Einfach weil er was nicht weiß.

00:17:27: Kann dann ganz einfache Geschichten sein!

00:17:29: Der für ihn der Mittagspause hinausgehen.

00:17:32: und jetzt haben wir eingeführt dass eine junge Gesellen der Buddy jetzt einmal für die Lehrlinge wird.

00:17:38: Und das funktioniert ganz super, weil die dort eine Ansprechsperson haben vor der sie keine Scheu haben.

00:17:44: Ja, das macht Sinn.

00:17:45: Das ist sicherlich auch ein Teil der Erfolgsgeschichte, dass die Lehrlingen auch dann zukünftig bleiben im Unternehmen.

00:17:53: Liebe Michaela, du bist ja nicht nur Unternehmerin.

00:17:56: Du bist auch Mutter von einer zwölfjährigen Tochter wie ich weiß?

00:18:00: Wie ist es bei dir?

00:18:01: Wie gehst du das an?

00:18:02: die ganze Herausforderung natürlich auch Unternehmertum und Familie zu vereinen?

00:18:07: Naja, Unternehmerinnen oder Mutter oder Familienmensch zu sein hat Vorteile und Nachteile.

00:18:14: Die Vorteile sehe ich eigentlich darin dass sich mir auch Zeit für mein Kind herausnehmen kann.

00:18:21: also sprich Wann wir eine Schulveranstaltung haben, die ja mal am zehn Uhr Vormittag ist?

00:18:25: Oder waren wir am Nachmittag an meinen Ausflug machen wollen.

00:18:29: Dann tue ich mir sicher leichter als wenn ein vierzig Stunden Job im Einzelhandel hätte, weil da kann ich nicht sagen, ich gehe um fünfzehn Uhr nach Hause aber komme mehr um neunzehnt Uhr wieder, weil dann kann ich noch mit zwei Stunden arbeiten.

00:18:40: Ich habe aber die Möglichkeit von zuhause aus am Abend noch Dinge zu erledigen, die halt vielleicht unter Tax liegen geblieben sind.

00:18:47: Was ich ganz super finde, ist so wie wir das auch als Kinder erlebt haben.

00:18:51: Dass man eben in den Betrieb der Eltern kommen kann.

00:18:54: Ich kann es leider nicht ermöglichen dass jeder Mitarbeiter seine Kinder mitbringt.

00:18:58: aber den Vorteil genießen halt unsere Kinder.

00:19:01: dafür wissen sie auch, dass wir halt vielleicht am Samstag keine Zeit haben weil heute für die Arbeit noch Inventur zu machen ist oder der Jahresabfluss fertig werden muss.

00:19:10: also dieses Verständnis auf beiden Seiten ist dann da.

00:19:13: aber die Kinder merken's dann auch dass sie den Vorteil genießen, dass die Mama auch einmal zwischendurch aus kann.

00:19:21: Das hört sich eigentlich sehr positiv an würde ich sagen.

00:19:24: also ich bin ja selbst auch in einem Familienbetrieb groß geworden am Stammtisch sozusagen deine Kinder sind auch im Unternehmen oder deine Tochter ist auch im Unternehmen.

00:19:33: Wie schaffst du das dann nur zusätzlich?

00:19:34: Dass auch privat oder deine eigenen Bedürfnisse nicht hinten angestellt werden?

00:19:41: Ja, das ist eigentlich... Da helfen mir meine Vereine.

00:19:44: Weil ich bin Musikkantin im Musikverein und da haben wir einfach unsere fixen Probentermene und das sind meine Auszeiten von der Familie und von der Firma.

00:19:55: Da waren die Probeister, da kann ich hingehen.

00:19:57: oder wollen wir da Konzerte oder Ausrückungen haben?

00:19:59: Das sind halt meine Aus Zeiten!

00:20:02: Und das genieße ich dann auch.

00:20:05: Es ist großartig wenn man sieht dann zusätzlich auch noch in einem Netzwerk engagieren kann, wo man auch abschalten kann.

00:20:11: Ich glaube das ist ganz wichtig, dass man da seinen eigenen Kanal

00:20:14: findet.

00:20:18: und du persönlich als Führungskraft.

00:20:20: wie würdest du deinen Führungsstil bei deinem Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern beschreiben?

00:20:28: Mir ist es sehr wichtig, alle gleich sind.

00:20:32: Jeder Mitarbeiter bringt genau das ins Unternehmen ein, wo seine Stärken und Talente liegen Und es ist für mich keiner besser oder schlechter, weil einer höher gestellten oder vielleicht niedriger gestellte Position arbeitet.

00:20:44: Sondern jeder arbeitet eigentlich am Ende Ergebnis mit.

00:20:49: Das ist für me ein ganz wesentlicher wichtiger Faktor im Unternehmen und Transparenz ist mir wichtig also Transparens gegenüber den Mitarbeitern, den Kunden und die Lieferanten.

00:21:00: Was meine ich damit?

00:21:01: Die Mitarbeiter sollen durchaus wissen wann ein Projekt gut gelaufen ist.

00:21:04: also das kommunizieren wir genauso als auch wenn es dem Unternehmen nicht so gut geht.

00:21:09: dann hoffen alle wieder zusammen dass man wieder auf Schiene kommen.

00:21:13: Also auch ganz offene und klare Kommunikation mit der Mitarbeiterin.

00:21:18: Wenn du ein bisschen zurückdenkst an die Entscheidungen, die du auch in den letzten Jahren getroffen hast.

00:21:25: Wie stellt sich da die Entscheidungsfindung dar?

00:21:28: Wie funktioniert das?

00:21:29: Vieles wird eigentlich aus dem Bacher raus entschieden.

00:21:32: Natürlich zahlen passiert, man zahlen lügen nicht.

00:21:35: Aber man muss eine Entscheidung trotzdem immer auf der Gefühlsbasis treffen, weil ich kann nicht nur noch Zahlen entscheiden.

00:21:40: Dann bin ich ein großer Konzern.

00:21:42: Wenn ich sage, ich muss zehn Prozent der Mitarbeiter einsparen und das sind dann zwei Komma drei.

00:21:46: Wem schneidet den Kopf an?

00:21:48: Sondern man muss auch immer wieder ein bisschen nach vorne denken und schauen ob er braucht Ideen.

00:21:51: wie wird es in ein paar Wochen sein, wie wird das in ein Paar Monaten sein?

00:21:54: also Das sind so Sachen wo man schon einerseits in sich selbst gehen muss und schauen muss.

00:22:00: Kann ich das vertreten?

00:22:02: Ist es für die Branche, wie hätte der Papa

00:22:04: gemacht?".

00:22:04: Also er hat auch vieles aus dem Bauch heraus entschieden und dadurch dass uns bald hundert Jahre gibt kann nicht alles falsch gewesen sein.

00:22:11: Und die Entscheidungen in den letzten Jahren oder seit unserer Betriebsübernahme waren zum Glück großartig richtig.

00:22:18: was uns jetzt sagt, dass wir heute eben da sitzen können aber ich muss sagen in diesen Jahren ist halt sehr viel passiert.

00:22:24: Ich hätte niemals geglaubt wie wir den Betrieb übernommen haben, dass uns gleich Corona bevorsteht... noch keiner jemals erlebt hat, also man dacht wie habe ich mir das verdient gleich ein gutes Jahr nach unserer Übernahme?

00:22:36: oder die ganzen Krisen.

00:22:37: Die Öl-Krise, die Energiekrise, der Bauwirtschaftskrise.

00:22:40: also wir kommen ja vor einer Krise in die nächste aber wir sollten trotzdem positiv bleiben und ich denke mir wir sitzen alle in einem Boot und das ist das was mich jeden Tag wieder motiviert.

00:22:49: wenn es alle anderen gut gehen würde meinem Unternehmen nicht dann würden wir Sorgen machen.

00:22:53: aber ich sage wir sitzen zurzeit alle in einen Boot und wir müssen gemeinsam kämpfen dass das Schiff über Wasser bleibt.

00:22:59: Genau, dass wir das Rad wieder in Bewegung kriegen.

00:23:02: Da bin ich ganz bei dir persönlich.

00:23:04: noch von dir vielleicht eine Frage was würdest du denn Übernehmerinnen raten?

00:23:12: Bei der Übernahme gibt es da gewisse Tipps und Tricks, die du vielleicht weitergeben kannst.

00:23:18: Ich würde Ihnen raten das sicher mit der Familie abzusprechen weil ein Unternehmer ist nicht eine Person alleine außer ich bin allein stehen ja.

00:23:27: Aber sobald der Familie oder Kinder oder so da ist, das auf jeden Fall mit dem Netzwerk abzusprechen stehen alle dahinter.

00:23:34: Wenn dieses Verständnis im eigenen Familienkreis nicht da ist dann tut man sich sicher schwer.

00:23:40: Ich glaube es ist das Wesentliche was mein Unternehmer einfach verinnerlichen muss dass der Tag halt dann endet waren die Arbeit erledigt ist.

00:23:51: So ist es.

00:23:52: Lieber Michaela, vielen Dank!

00:23:53: Das waren ganz spannende Einblicke nicht nur in den Glasbau sondern auch in das Unternehmertum und wie du dein Unternehmen führst von der täglichen Praxis bis hin zu den Herausforderungen und Pchassen der Branche Und vor allem was du und deinen Unternehmen für den Fachkräfte Nachwuchs tut.

00:24:10: Ich glaube da können wir uns ganz viel davon mitnehmen.

00:24:13: ich auf jeden Fall Vielen Dank dass du da warst und vielen Dank für das sehr offene Gespräch.

00:24:18: Danke schön

00:24:19: Das war der Podcast von Frau in der Wirtschaft Oberösterreich.

00:24:23: Ich bin Unternehmerin, Punkt!

00:24:25: Vielen Dank dass du dabei warst.

00:24:26: liebe Zuhörerin.

00:24:27: wenn Du mehr bespannende Persönlichkeiten unternehmerinnen aus ganz Oberösterreich erfahren möchtest dann bleibt dran abonniere

00:24:33: like

00:24:34: oder teile auch gerne unseren podcast und keine Folge mehr zu verpassen.

00:24:38: ich freue mich aufs nächste mal deine Lisa Sieg.

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